Schmerztherapie

Empfinden Tiere eigentlich genauso wie wir Menschen Schmerzen und leiden sie darunter? Lange war diese Frage tatsächlich nicht eindeutig geklärt. Mittlerweile wurde bewiesen, dass sich der Mechanismus der Schmerzwahrnehmung bei Tieren nur ganz minimal von denen der Menschen unterscheidet. Spätestens seit dieser Erkenntnis ist völlig klar, dass jedes möglicherweise unter Schmerzen leidende Tier ein Anrecht auf eine fachgerechte und individuell angepasste Schmerzbehandlung hat.

Das Wohl der Tiere steht im Vordergrund.
Zur modernen Tiermedizin in unserem Zentrum gehört dementsprechend ein professionelles Schmerzmanagement.

Für den Besitzer ist es oft schwierig, Schmerzen bei ihrem Tier überhaupt zu erkennen oder einzuschätzen. Denn vorhandene Schmerzen nicht zu zeigen, gehört zum natürlichen Schutzmechanismus von Tieren. Anzeichen von Schmerzen können alle Veränderungen von gewohnten Verhaltensweisen des Tieres sein. Sie sind individuell sehr unterschiedlich und hängen von vielen unterschiedlichen Faktoren ab.

Chronische Schmerzen entwickeln sich darüber hinaus meist langsam über einen längeren Zeitraum. Die nach und nach auftretenden Änderungen im Verhalten werden dabei oft nicht erkannt oder auf das Alter des Tieres geschoben.

Um beurteilen zu können, ob und in welcher Ausprägung Ihr Tier unter Schmerzen leidet, erfragen wir häusliche Gewohnheiten, führen verschiedene Tests durch und untersuchen Ihr Tier sehr gründlich.

Ein wichtiges Ziel der Behandlung ist , die Entstehung des bei allen Schmerztherapeuten gefürchteten Schmerzgedächtnisses zu verhindern. Denn aus allen lang anhaltenden Schmerzen können chronische Schmerzen entstehen, die auch noch bestehen bleiben, wenn der ursprüngliche Grund des Schmerzes gar nicht mehr besteht. Der Körper erinnert sich quasi an die Schmerzen aus der Vergangenheit. Die Folge ist ein dauerhafter Schmerz, der zudem schlecht auf medikamentöse Behandlung anspricht.

Das Risiko der Entstehung eines Schmerzgedächtnisses wird durch eine frühzeitige, konsequente und, wenn möglich, vorbeugende Schmerztherapie minimiert.

Sowohl bei akuten, als auch bei chronischen Schmerzen stellt die medikamentöse Behandlung mit Schmerzmitteln oft einen Grundpfeiler der therapeutischen Maßnahmen dar. In vielen Fällen erzielt die Therapie mit nur einem Wirkstoff keine ausreichende Schmerzlinderung, Durch die Kombination unterschiedlicher Substanzen, die aufeinander abgestimmt sind, können Wirkungen verstärkt, Dosierungen und unerwünschte Begleiterscheinungen reduziert werden.

Wir setzen in unserem Kleintierzentrum jedoch nicht nur auf den Einsatz von sinnvoll und effektiv kombinierten Schmerzmedikamenten, sondern kombinieren verschiedene Therapieverfahren miteinander, um den Erfolg der Behandlung zu steigern bei minimalen oder gar fehlenden Nebenwirkungen.

Hierzu setzen wir mit Erfolg ein

  • Goldakupunktur zur Behandlung von orthopädischen Schmerzen bei HD, Arthrose und Spondylose
  • Thrombozytentherapie zur Linderung von Arthroseschmerz bei Gelenkknorpelverschleiß
  • Physiotherapie
  • Blutegel
  • Magnetfeldtherapie
  • Neuraltherapie bei Rückenproblemen
  • Akupunktur bei allen Schmerzzuständen
  • Homöopathie
  • Chinesische Kräutertherapie
  • Lasertherapie
  • Phytotherapie (Behandlung mit pflanzlichen Wirkstoffen)
  • Ernährungsberatung

Bei der Goldakupunktur werden in spezielle Körperpunkte Feingoldstücke (24 Karat) als Implantate eingesetzt, um Schmerzzustände dauerhaft kontrollieren zu können.

Einsatzgebiet in der Kleintiermedizin

Die häufigste Indikation für eine Goldakupunktur in unserer Praxis stellt die Hüftgelenksdysplasie, die Hüftgelenksarthrose und die Spondylose (Verknöcherung der Wirbelsäule) dar. Auch Arthrosen anderer Gelenke können mit dieser Methode behandelt werden.

Wirkungsweise der Goldakupunktur

Ziel der Therapie ist eine Schmerzbefreiung oder -linderung und damit eine Verbesserung der Lebensqualität. Dies geschieht sowohl durch die Veränderung des Zellstoffwechsels mit Hilfe des implantierten Goldes, welches den entzündlich veränderten pH-Wert des Gewebes chemisch neutralisiert, als auch durch die Wiederherstellung der gestörten energetischen Balance in den betreffenden Energiebahnen (Meridianen).
Die bereits vorhandenen Verschleißerscheinungen an den Gelenken werden durch diese Therapie jedoch nicht beseitigt (dazu ist momentan noch keine Therapieform in der Lage), sondern die Folgeerscheinungen wie Schmerz und Fehlbelastung behandelt.
In den meisten Fällen ist nach der Implantation nach einiger Zeit keine Gabe von Schmerzmitteln mehr nötig oder die Dosis kann zumindest deutlich verringert werden.
Wie bei jeder Therapieform gibt es jedoch auch bei der Goldakupunktur keine Erfolgsgarantie. Es gibt auch hier die -seltenen- Fälle, in denen Patienten von dieser Methode nicht profitieren, sie hat dann jedoch auch keine negativen Auswirkungen auf das Tier.
In unserer Praxis treffen wir eine sehr genaue Auswahl der geeigneten Patienten und können damit die „Therapieversager“ auf ein Minimum reduzieren.

Wer eignet sich nicht für die Goldakupunktur?

Sehr alte Hunde, die schon seit vielen Jahren aus dem Gleichgewicht sind und durch Fehlbelastung Sekundärschäden an fast allen Gelenken haben, profitieren nur bedingt von der Goldakupunktur. Eine Schmerzfreiheit ist in diesen Fällen in der Regel nicht mehr zu erreichen.
Hunde die unter Erkrankungen der Wirbelsäule mit Nervenausfällen (z.B. Cauda eqina) leiden, behandeln wir in unserer Praxis nicht mit der Goldakupunktur.

Durchführung der Goldakupunktur

Voraussetzung für eine Implantation ist zunächst eine sorgfältige schulmedizinische Untersuchung incl. der Anfertigung von Röntgenaufnahmen und /oder einem CT/MRT, um die genaue Ursache des Schmerzzustandes zu lokalisieren und die Veränderungen an den Gelenken zu dokumentieren. Danach erfolgt eine Untersuchung nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin, um die blockierten Meridiane ausfindig machen zu können, denn eine Goldakupunktur ist immer eine ganz individuelle Therapie. In unserer Praxis machen wir dies über ein Pulsdiagnoseverfahren (RAC), das sehr viel Erfahrung erfordert.
Nachdem die Narkosefähigkeit festgestellt wurde, wird dem Tier eine Beruhigungsspritze über einen Venenverweilkatheter injiziert. Wenn der Hund schläft, wird die Haut über den jeweiligen Akupunkturbezirken rasiert, geswaschen und desinfiziert.
Dann wird über eine Hohlnadel mit 2mm Durchmesser in die ausgewählten Akupunkturpunkte eine entsprechende Anzahl Goldstückchen (ca. 3mm lang und 1mm dick )eingebracht. Da dies eine ganzheitliche Methode ist, werden die Goldstückchen nicht nur am Ort des Schmerzes eingebracht, sondern auch an Fernpunkten, wie z.B. dem Ohr oder der Pfote.
Nach Bedarf werden anschließend noch Röngenaufnahmen angefertigt, um den Implantatesitz zu kontrollieren, dann wird der Hund mit einer Gegenspritze wieder aufgeweckt. Der gesamte Eingriff dauert ohne Voruntersuchung etwa 1,5 Stunden.

Nachbehandlung

Nach der Implantation läuft der Hund in aller Regel selbständig aus der Praxis, die Nahrung sollte noch für weitere vier Stunden entzogen werden. Noch am selben Tag kann mit vorsichtiger Bewegung and der Leine begonnen werden, da der Eingriff für den Hund mit keinen Schmerzen verbunden ist.
In der folgenden Woche ist das Tier im Schritt an der Leine zu führen. Wird dies nicht beachtet, besteht die Gefahr einer Überlastung bisher geschonter und damit ungeübter Muskeln und Sehnen. Danach kann stufenweise die Belastung erhöht werden. Wir erstellen Ihnen dafür einen individuellen physiotherapeutischen Übungsplan.

1. Blut abnehmen

Die Thrombozytentherapie ist im Prinzip eine Eigenbluttherapie, bei der die im Blut des Hundes vorhandenen Blutplättchen und weißen Blutkörperchen konzentriert und dann zur Therapie genutzt werden, ohne dass Medikamente oder Fremdmaterial eingesetzt werden. Diese Methode ist für den Hund eine nebenwirkungsfreie Behandlungsoption schmerzhafter orthopädischer Erkrankungen. Heilungsprozesse werden angeregt und die Verabreichung von Schmerzmitteln ist danach häufig nicht mehr nötig.
Einsatzgebiete beim Hund sind Arthrose (Knie, Ellenbogen), Bandprobleme oder Weichteilverletzungen.
Hierfür wird der Patient sediert und aus der Halsvene werden etwa
60 ml Frischblut gewonnen.

2. Blut filtern

Nach der Gewinnung wird das Blut mit einem Gerinnungshemmer versetzt und über einen Port in ein kommerzielles Filtrationssystem eingebracht. Dort wird es vor Passieren des Filters mit einer Capture-Lösung gemischt. Hierbei werden die Blutplättchen auf das Dreifache, die weißen Blutkörperchen auf das Doppelte konzentriert. Das Konzentrat wird schließlich durch einen retrograden Spülvorgang gewonnen. Hierbei handelt es sich um eine geschlossenes System ohne Gefahr von Kontaminationen.

3. Thrombozyten verabreichen

Die Injektionsstelle, meist ein Gelenk, wird am sedierten Patienten chirurgisch desinfiziert und steril vorbereitet. Das gewonnene Konzentrat wird dann in den betroffenen Bereich injiziert. In dem erkrankten Gelenk angekommen schafft das Konzentrat ein heilungsförderndes Milieu. Durch die Aktivierung der Thrombozyten werden bioaktive Faktoren freigesetzt, welche die Regeneration schnell vorantreiben.
Bei einer Studie zeigten 84% der mit Osteoarthrose behandelten Hunde innerhalb von drei Monaten nach einer Injektion des Konzentrats eine deutliche Besserung des Zustands. In den allermeisten Fällen ist bereits eine einmalige Behandlung für eine dauerhafte Besserung ausreichend.