Wir sind in Notfällen für Sie unter der Woche von 8 – 20 Uhr in der Praxis vor Ort. Am Wochenende bieten wir feste Notfallsprechzeiten an. Rufen Sie möglichst unter der Nummer 06232 1001100 an, um Ihren Notfall anzukündigen. So können wir die entsprechenden Vorbereitungen treffen, damit wertvolle Zeit gespart werden kann!

Die zuständige Notrufnummer zu Nachtzeiten und außerhalb der Notdienstsprechstunden am Wochenende erfahren Sie HIER

Was tun im Notfall?

Ein glückliches und artgerechtes Hunde- und Katzenleben bedeutet, den Tieren auch Freiheiten zum Ausleben Ihrer natürlichen Bedürfnisse zu geben. Damit nehmen wir gewisse Risiken in Kauf, die im ungünstigsten Verlauf zu einem Notfall führen können.
Eine besonnene und fachgerechte Erstversorgung durch Sie als Tierhalter bis zum Transport in unsere Praxis kann dazu beitragen, dass Notfälle wie Verletzungen, Vergiftungen, Verbrennungen oder ein Hitzschlag für ihr Tier glimpflich ablaufen.
Sprechen Sie uns bei einem Routinebesuch mit Ihrem Tier an, falls sie noch Hilfestellung benötigen bei den Maßnahmen, die Sie im Einzelfall ergreifen können. Wir beraten Sie gerne.

Auch in Notfällen ist es sinnvoll, wenn möglich, dass Sie Ihr Kommen ankündigen. Unser Team kann dann alles für die sofortige Versorgung Ihres Tieres vorbereiten und wir können Ihnen auch individuelle Hinweise zum Transport oder der Erstversorgung geben.

Die Frage, ob es sich um einen echten Notfall handelt, ist vom Laien manchmal nicht leicht zu beurteilen. Folgende Kriterien können Sie zur Beurteilung des Gesundheitszustandes Ihres Hundes, bzw. Ihrer Katze heranziehen:

  • Körpertemperatur: Normalwerte liegen bei Hund und Katze zwischen 37,5 und 39 Grad Celsius. Bei starker Aufregung oder Zittern kann sie ansteigen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.
  • Schleimhäute: Lidbindehäute und Mundschleimhaut sind beim gesunden Tier rosa. Bei starker Blutarmut oder Kreislaufproblematik sieht die Schleimhaut porzellanweiß aus. Im Schock kann sie weiß oder dunkelrot sein. Bei Sauerstoffmangel färbt sie sich bläulich.
  • Puls und Herzschlag: Normalwerte liegen beim Hund bei 80-120, bei der Katze auch bis 140 Schläge pro Minute
  • Atmung: Der Brustkorb hebt und senkt sich normalerweise 10-30mal die Minute
  • Pupillenreflex: Bei plötzlichem Lichteinfall verengt sich die Pupille im Normalfall

Die wichtigsten Regeln für den Notfall

Ruhe bewahren. Üben Sie das Verhalten im Notfall, so fällt es Ihnen leichter, im Ernstfall richtig zu entscheiden und zu handeln. Ihre Ruhe oder Unruhe überträgt sich direkt auf Ihr Tier.

Halten Sie unsere Telefonnummer immer bereit oder lernen Sie sie auswendig: 06232 1001100.

Kündigen Sie den Notfall bei uns an und erfragen Sie Erste-Hilfemaßnahmen, falls notwendig.

Um Ihrem Tier in jeder Situation helfen zu können, sollten Sie nicht nur eine tierische Hausapotheke für zu Hause haben, sondern die meisten Unfälle passieren natürlich vor allem unterwegs. Daher empfehlen wir, immer auch eine kleine Erste-Hilfetasche im Auto mitzuführen. Wir beraten Sie gerne, was bei Ihrem Freizeitprofil an Bestückung notwendig und sinnvoll ist.

Notfall Vergiftung

Nehmen Sie vorhandene Giftreste oder Verpackungen mit in die Praxis. Hat der Hund ohne Ihr Wissen Gift aufgenommen, können Sie nur durch sein verändertes Verhalten aufmerksam werden. Es können folgende Symptome auftreten, je nach Giftart:

  • Speicheln
  • Erbrechen, Durchfall (auch blutig)
  • Zittern, schwankender Gang, Krämpfe, Unruhe
  • Kreislaufzusammenbruch, Bewusstlosigkeit

Auch manche menschlichen Nahrungsmittel können beim Tier Vergiftungssymptome auslösen.
Dazu gehören:

Schokolade (HIER können Sie berechnen ob die aufgenommene Menge für Ihr Tier gesundheits- oder gar lebensbedrohlich ist.)

Weintrauben/Rosinen, Avocadokerne, Zwiebeln/Lauch, Knoblauch in größeren Mengen, Macadamianüsse, Süßstoffe (Xylit., z.B. in Zahnpflegekaugummis enthalten. Vorsicht Lebensgefahr!), grüne/unreife Tomaten oder rohe Kartoffeln, Auberginen.

Vorsicht ist auch bei Medikamenten aus der eigenen Hausapotheke geboten. Arzneimittel aus dem menschlichen Gebrauch sollten nie ohne Rücksprache mit dem Tierarzt verabreicht werden. Potentiell tödlich für Hund und Katze sind z.B. Ibuprofen oder Voltaren.

Wichtig bei Vergiftungen: den Hund nur unter tierärztlicher Anweisung zum Erbrechen bringen. Bei Augenreizungen und Hautverätzungen nur mit Wasser, schwarzem Tee oder Milch spülen und dann abdecken bis zur Versorgung durch den Tierarzt. Nach der Aufnahme von geringen Mengen schwacher Gifte können direkt Kohletabletten verabreicht werden.

Notfall Schwerwiegende Verletzungen

Überprüfen Sie zuerst das Bewusstsein

  • Ist das Tier ansprechbar?
  • Pupillenreaktion testen
  • Herz-Pulsfrequenz, Atmung und Schleimhäute kontrollieren

Bei Atemstillstand

Tier auf die rechte Seite legen, Maul öffnen, Zunge herausziehen und Maulhöhle auf Futterreste etc kontrollieren und ggf. entfernen. Setzt keine spontane Atmung ein, künstlich beatmen: Schnauze zuhalten, Tuch über die Nase legen und ca. 10x in die Nase pusten, dass der Brustkorb sich hebt. Dann 1 Minute abwarten, ob die eigenständige Atmung wieder einsetzt. Falls nicht, weiter beatmen mit ca. 15 Atemstößen pro Minute.

Bei Herzstillstand

Tier in rechte Seitenlage bringen und zusätzlich zur Beatmung den Brustkorb hinter dem linken Ellbogen mit flach aufgelegter Hand kräftig zusammendrücken. Nach jeweils 10 Herzmassagen folgen 2 Beatmungen.

Blutungen kontrollieren

Starke Blutungen an den Beinen im oberen Bereich der Gliedmaßen durch Abbinden stillen. An anderen Stellen und bei pulsierenden arteriellen Blutungen Druckverband anlegen. Wunden mit sauberen Tüchern abdecken.

Notfall Hitzschlag

Weil unsere Heimtiere nicht schwitzen können, sind sie besonders anfällig für Überhitzung und Hitzschlag. Da die Termperaturregulation hier in erster Linie über Mund und Nase stattfindet, ist das Tier umso gefährdeter, je kürzer die Nase und der Fang sind. Kurznasige Hunde, Perserkatzen und Kaninchen können bei ungünstigen Verhältnissen (Anstrengung, schlechte Belüftung, Stress, Schmerz) schon bei 20 Grad Außentemperatur einen Hitzschlag erleiden!

Symptome sind

  • übermäßiges Hecheln mit dunkelroter bis bläulicher Zunge, speicheln
  • Unruhe, Gleichgewichtsstörungen, später Mattigkeit, Krämpfe
  • Erbrechen
  • Herzrasen

Bringen Sie das Tier direkt in den Schatten und kühlen Sie es langsam ab (nicht mit eiskaltem Wasser!). Mit Wassergüssen an den Pfoten anfangen und von dort nach oben arbeiten.
Körpertemperatur messen, bei ca. 39,5 Grad können Sie das aktive Kühlen beenden.

Notfall Magendrehung

Ein beim größeren Hund gefürchteter Notfall ist die Magendrehung. Der Magen dreht sich um seine Längsachse, sodass Speiseröhre und Dünndarm verschlossen werden. Dadurch bläht sich der Magen rasch mit Gasen auf, drückt gegen das Zwerchfell und die großen Bauchgefäße und behindert das Herz. Es besteht akute Lebensgefahr! Bei geringstem Verdacht umgehend den Tierarzt verständigen und sofort ohne Zeitverlust in die Praxis fahren. In dieser Situation ist Schnelligkeit angesagt, damit Ihr Hund eine Überlebenschance hat.

Symptome sind:

  • schnelles Aufblähen des Bauches
  • Brechversuche oder Würgen ohne Erfolg, keine Futteraufnahme, Speicheln
  • Unruhe, Atembeschwerden oder auch Teilnahmslosigkeit